Brauche ich eine Website, wenn ich Instagram habe?
Instagram und eine Website machen zwei verschiedene Dinge, und der Unterschied fällt meistens erst auf, wenn eine Anfrage ausbleibt, von der niemand je erfahren hat.
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Die Frage kommt fast immer von jemandem, bei dem Instagram gut läuft. Und meistens stimmt es auch: das Profil ist gepflegt, es gibt Nachrichten, es kommen Kundinnen und Kunden. Warum also Geld für etwas ausgeben, das dasselbe zu machen scheint?
Weil es nicht dasselbe macht. Die beiden greifen an unterschiedlichen Stellen in den Kaufentscheid ein, und wer nur eine der beiden Stellen besetzt, verliert die andere, ohne es zu merken.
Was Instagram gut kann
Menschen erreichen, die Sie nicht gesucht haben. Zeigen, wie Ihre Arbeit aussieht. Vertrauen über Gesichter und Regelmässigkeit aufbauen. Für alles Visuelle und für alles, was von Wiedererkennung lebt, gibt es kaum etwas Besseres.
Das ist echte Wirkung, und es lohnt sich, sie nicht kleinzureden.
Was Instagram nicht kann
Von Leuten gefunden werden, die Ihre Leistung suchen. Wer «Schreiner in der Nähe» oder «Website-Design» eingibt, landet nicht auf einem Profil. Das ist die Suche mit der höchsten Kaufbereitschaft überhaupt, und sie findet ausserhalb der Plattform statt.
Die zweite Frage beantworten. Nach «gefällt mir das» kommt «was kostet das ungefähr, wie läuft das ab, wie lange dauert es, wo finde ich Sie». Diese Antworten passen nicht in einen Beitrag und werden auch nicht gesucht, indem man sich durch acht Monate Feed scrollt.
Am Sonntagabend arbeiten. Nachrichten wollen beantwortet werden. Eine Seite, die Preisrahmen, Ablauf und Öffnungszeiten schon erklärt hat, arbeitet auch dann, wenn Sie nicht am Handy sind.
Ihnen gehören. Ein Profil ist gemietet. Regeln ändern sich, Reichweite bricht ein, Konten werden gesperrt, manchmal ohne Begründung. Wenn das Ihr einziger Kanal ist, ist es Ihr einziges Risiko.
Der ehrliche Test
Drei Fragen, und Sie brauchen niemanden dafür.
Wie viele Ihrer letzten zehn Aufträge kamen von jemandem, der Sie vorher nicht kannte? Wenn die Antwort «keiner» lautet, wachsen Sie über Empfehlungen und über sonst nichts.
Wie oft beantworten Sie in Nachrichten dieselbe Frage? Jede Frage, die sich wiederholt, ist ein Abschnitt auf einer Seite, den Sie einmal schreiben und danach nie wieder.
Und: Was passiert mit Ihrem Geschäft, wenn das Profil morgen weg ist? Wenn die Antwort unangenehm ist, haben Sie kein Marketingproblem, sondern ein Klumpenrisiko.
Der Weg, den wir meistens empfehlen
Nicht «Website statt Instagram», sondern eine kleine Website hinter dem Instagram, das Sie ohnehin schon gut machen.
In der Praxis heisst das: abdecken, was das Profil nicht kann. Was Sie machen, für wen, wie der Ablauf aussieht, was es ungefähr kostet, und ein Formular. Wie viel davon Sie brauchen, hängt von Ihrem Betrieb ab, und es ist die Seite, auf die Ihr Link in der Biografie endlich sinnvoll zeigen kann.
Wenn wir im Gespräch zum Schluss kommen, dass Instagram für Ihren Fall vorerst reicht, sagen wir das auch. Das ist ein möglicher Ausgang, gerade bei einem Betrieb, der ohnehin ausgelastet ist, und dann ist es die richtige Antwort.