Wie wichtig ist Online-Sichtbarkeit für lokale Betriebe?
Verlorene Aufträge melden sich nicht, deshalb ist die Frage nicht, ob Sie sichtbar sind, sondern woran Sie es merken würden, wenn Sie es nicht mehr wären.
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Die Frage stellt sich selten, solange das Telefon klingelt. Ein Betrieb mit vollem Kalender und Stammkundschaft, die seit Jahren wiederkommt, hat keinen offensichtlichen Anlass, über seine Sichtbarkeit im Internet nachzudenken.
Der Haken ist, dass verlorene Aufträge sich nicht melden. Wer Sie sucht und nicht findet, ruft nicht an, um sich zu beschweren. Er ruft den nächsten Namen auf der Liste an, und Sie erfahren nie, dass es ihn gegeben hat.
Das ist der Unterschied zwischen einem lokalen Betrieb und einem Onlineshop. Der Shop sieht in seiner Statistik, dass niemand kommt. Sie sehen eine ruhige Woche.
Wie wichtig ist Online-Sichtbarkeit für lokale Betriebe?
Sie entscheidet darüber, ob Sie überhaupt in der Auswahl sind. Wer eine Leistung in seiner Region sucht, prüft in wenigen Minuten drei oder vier Namen und ruft einen davon an. Wer dabei nicht auftaucht, verliert den Auftrag nicht im Vergleich, sondern vor dem Vergleich. Das gilt unabhängig davon, wie gut die Arbeit ist.
Die Suche, bei der der Entscheid schon fällt
Lokale Suchen passieren im Moment des Bedarfs, meistens auf dem Handy und oft ausserhalb Ihrer Bürozeiten. «Sanitär Notfall in der Nähe», «Physiotherapie», «Coiffeur samstags offen».
Die Kaufbereitschaft ist hier am höchsten. Niemand tippt das aus Neugier. Es ist die Suche eines Menschen, der heute oder diese Woche jemanden beauftragen wird.
Die engere Auswahl entsteht, bevor jemand mit Ihnen spricht. Bis zum ersten Anruf hat die Person bereits drei Betriebe verglichen und zwei davon aussortiert. Sie haben in diesem Teil des Entscheids keine Stimme, ausser über das, was zu diesem Zeitpunkt über Sie zu finden ist.
Drei Dinge entscheiden mit. Ob Sie in der Karte mit korrekten Öffnungszeiten stehen. Ob es eine Seite gibt, die die zwei oder drei naheliegenden Fragen beantwortet. Und ob die sich auf einem Handy mit mässigem Empfang überhaupt öffnet.
Sichtbar sein ist ein Zustand, kein Projekt
«Online gehen» klingt nach etwas, das man einmal erledigt. In der Praxis ist es eher wie eine Ladentür: Sie ist offen oder sie ist es nicht, und niemand dankt Ihnen dafür, dass sie letztes Jahr offen war.
Falsche Angaben sind dabei schlimmer als gar keine. Wer vor verschlossener Tür steht, weil die Öffnungszeiten seit dem letzten Feiertag nicht mehr stimmen, kommt nicht wieder und sagt Ihnen auch nicht, warum.
Dazu kommt das buchstäbliche Offline. Ein abgelaufenes Zertifikat, eine Hosting-Rechnung im Spam-Ordner, ein Update, das etwas anderes kaputtmacht. Das passiert leise, an einem Wochenende, und der Betrieb merkt es in aller Regel als Letzter. Genau dafür gibt es Backups, Updates nach Plan und eine Überwachung, die meldet, wenn eine Seite nicht mehr antwortet.
Was Sie in zehn Minuten selbst herausfinden
Dafür brauchen Sie niemanden.
Suchen Sie Ihre eigene Leistung mit Ihrem Ort, auf dem Handy, in einem privaten Fenster und nicht in Ihrem eigenen Konto angemeldet. Sie sehen dann ungefähr das, was jemand sieht, der Sie noch nicht kennt. Stehen Sie auf der Karte? Stimmen die Angaben? Wer steht über Ihnen?
Fragen Sie die nächsten fünf neuen Kundinnen und Kunden, wie sie auf Sie gekommen sind. Eine Frage, ein Satz Antwort. Danach wissen Sie mehr über Ihre Kanäle als aus jeder Auswertung.
Öffnen Sie Ihre eigene Seite über das Mobilfunknetz statt über Ihr WLAN. Finden Sie Telefonnummer und Öffnungszeiten, ohne zu suchen und ohne zu zoomen?
Wo das weniger wichtig ist
Wenn Sie ausgelastet sind und keine Kapazität frei haben, ist mehr Sichtbarkeit kein Gewinn. Anfragen, die Sie absagen müssen, kosten Zeit und hinterlassen einen schlechteren Eindruck als gar keine Anfrage. Dann ist die Reihenfolge eine andere: erst Kapazität, dann Nachfrage.
Wenn Ihre Arbeit vollständig über Ausschreibungen, feste Verträge oder eine Handvoll Auftraggeber läuft, entscheidet an einer lokalen Suche ohnehin nichts. Gepflegte Angaben schaden nicht, sind aber kein Hebel.
Und Sichtbarkeit ersetzt keine Erreichbarkeit. Wenn niemand ans Telefon geht und E-Mails drei Tage liegen bleiben, bringt eine bessere Auffindbarkeit nur mehr Leute an eine Tür, die niemand öffnet.
Was wir meistens empfehlen
Der erste Schritt ist fast nie eine neue Website. Er ist ein vollständiger und korrekter Eintrag dort, wo lokal gesucht wird: Name, Adresse, Telefonnummer, Öffnungszeiten, ein paar echte Fotos statt Bildern aus einer Datenbank. Dafür brauchen Sie kein Budget und niemanden von aussen.
Der zweite Schritt ist eine kleine Seite dahinter, die die Fragen beantwortet, die vor dem Anruf kommen, und die schnell lädt. Der dritte ist der unspektakulärste und der, an dem es meistens scheitert: dass beides in zwei Jahren immer noch stimmt.
Der Betrieb aus dem ersten Absatz hat vermutlich kein Problem, solange das Telefon klingelt. Die einzige interessante Frage ist, woran er es merken würde, wenn es leiser wird. Wenn wir im Gespräch zum Schluss kommen, dass bei Ihnen anderes dringender ist, sagen wir Ihnen das.